14. Juni 2005 12:00

Vorsicht bei Schenkung von Betriebsvermögen

von UE

Ein Vater wollte seinen Sprössling nicht nur an seinem Reichtum teilhaben lassen, sondern auch noch dem Fiskus ein Schnippchen schlagen.

Er schenkte dem Sohn rund 3,5 Millionen Euro, mit denen dieser 100 Prozent der Anteile an einer GmbH erwerben sollte. Das Kalkül: Durch diese Variante liege kein Geldgeschenk, sondern mittelbar eine Schenkung von Betriebsvermögen vor – und da gelten günstigere Regeln zur Schenkungsteuer.
Doch der Bundesfinanzhof machte dem spendablen Vater einen Strich durch die Rechnung (Aktenzeichen: II R 6/02). Voraussetzung für den Steuervorteil sei, dass der Schenker selbst mehr als 25 Prozent an einem Betrieb gehalten habe, stellten die Richter klar. Wenn jemand Geld für den Kauf eines Unternehmens verschenke, an dem er nie beteiligt war, müsse der Beschenkte dagegen die volle Steuer zahlen.
Ärgerlich für die Familie: Hätte der Vater die Gesellschaft selbst gekauft und dann dem Sohn geschenkt, wäre das trotz doppelter Notar- und Handelsregisterkosten günstiger gewesen.

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