24. November 2006 18:00

Handlungsbedarf bei Freistellungsaufträgen ab 2007

von UWE ENGELMANN

Wenn es um das Thema Steuern geht, kriegen wir Deutschen immer ganz große Ohren. Schließlich haben Veränderungen im Steuerrecht in der Vergangenheit meistens zur Folge gehabt, dass wir am Ende des Tages weniger Geld im Portemonnaie hatten als zuvor.

Aktuelles Beispiel: Die im kommenden Jahr anstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer. Große Aufmerksamkeit erregte auch die geplante Abgeltungssteuer, über deren Einführung nunmehr seit mehr als einem Jahr heftig diskutiert wird. Erträge aus Kapitalanlagen aller Art sollen demnach mit einem einheitlichen Prozentsatz versteuert werden. Zu einem abschließenden Ergebnis ist die Politik bislang aber nicht gekommen und so hat sich dieses Thema zumindest für 2007 erst einmal erledigt. Wer nun aber glaubt, bei seinen Planungen für die Geldanlage im kommenden Jahr die steuerlichen Überlegungen hinten anstellen zu können, weil sich gegenüber dem laufenden Jahr nichts verändert, der hat sich getäuscht.

Ab dem kommenden Jahr wird nämlich der Sparerfreibetrag gesenkt. Und zwar deutlich, wie bereits im Juni bei Verabschiedung des Steueränderungsgesetzes 2007 beschlossen wurde. Alleinstehende dürfen dann unter Berücksichtigung der Werbungskostenpauschale nur noch 801 Euro und Verheiratete 1.602 Euro an Zinsen einnehmen, ohne dass das Finanzamt davon etwas abhaben will. Damit reduziert sich der Betrag um jeweils 56,37 Prozent. Das ist besonders unpassend, weil die Zinsen doch gerade so schön gestiegen sind. Für Anleger, die ihr Geld vor allem auf Tages- und Festgeldkonten parken oder Zinsen aus Anleihen und Rentenfonds erhalten, kann es ab 2007 nun ganz schön eng werden. Bei einem Zinssatz von drei Prozent führt bei einem nicht verheirateten Sparer schon eine Anlagesumme von 26.700 Euro zu einem Ausschöpfen des gesamten neuen Freibetrags. Anleger, die der Verlockung der gestiegenen Zinsen nicht widerstehen können, müssen also langsam anfangen zu rechnen. Und zu handeln. Denn wer seine vielleicht sogar auf mehrere Banken verteilten Freistellungsaufträge nicht rechtzeitig (je nach Institut bis Anfang/Mitte Dezember) ändert, muss damit rechnen, dass die Beträge zum Jahresbeginn automatisch um eben 56,37 Prozent gekürzt werden. Wer sich also jetzt zuviel Zeit lässt, der muss demnächst womöglich den umständlichen Weg über die persönliche Steuererklärung gehen, um die automatisch von seiner Bank abgeführten Steuern zurückzubekommen.

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