07. Januar 2005 21:15

Arbeit ohne Rechnung: Jetzt wird hart durchgegriffen

von UE

Durch das Gesetz zur Intensivierung der Bekämpfung von Schwarzarbeit erfährt das Umsatzsteuergesetz eine gravierende Änderung. Seit 1.8.2004 müssen auch Privatpersonen Rechnungen im Zusammenhang mit einem Grundstück aufbewahren.

Seit 1.8.2004 müssen Unternehmer auch bei Werklieferungs- oder sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück an einen privaten Leistungsempfänger eine Rechnung ausstellen. Privaten Leistungsempfängern wird vorgeschrieben, eine Rechnung 2 Jahre lange aufzubewahren. Verstößt der private Leistungsempfänger gegen diese Aufbewahrungspflicht, muss er mit einem Bußgeld bis zu € 500 rechnen. Der Verstoß des Unternehmers gegen seine Ausstellungspflicht wird sogar mit bis zu € 5.000 sanktioniert!

Verhindern der „Ohne-Rechnung-Geschäfte“

Ziel dieser Gesetzesänderung ist es, unversteuerte so genannte „Ohne-Rechnung-Geschäfte“ zu verhindern. Zur Erleichterung des Nachweises genügt aber neben der Rechnungsvorlage selbst auch die Aufbewahrung eines Zahlungsbeleges oder anderer beweiskräftiger Urkunden wie etwa von Kontoauszügen. Der private Leistungsempfänger muss daher bei Leistungen von Unternehmern im Zusammenhang mit seinem Grundstück – wie etwa bei Bauleistungen, Fensterputzen, Gartenarbeiten oder Instandhaltungsarbeiten in und an Gebäuden – die vom Unternehmer zwangsweise auszustellende Rechnung oder aber wenigstens einen Zahlungsbeleg für die Dauer von 2 Jahren aufbewahren.

Beispiel:

Ein Unternehmer, der 2004 bisher Umsätze von € 130.000 erzielt hat, nimmt im Herbst 2004 am Putz des Hauses einer Rentnerin Ausbesserungen vor. Hierfür fallen Kosten in Höhe von € 581 inklusive Umsatzsteuer an. Der Unternehmer muss der Rentnerin eine entsprechende Rechnung über die von ihm erbrachten Leistungen ausstellen. Die Rentnerin vergisst aber, diese Rechnung aufzubewahren. Im Sommer 2006 wird dann von ihr verlangt, diese vorzulegen. Wenn sie einen entsprechenden Kontoauszug vorlegen kann, liegt keine Ordnungswidrigkeit vor. Andernfalls hätte sie jedoch mit einem Bußgeld von bis zu € 500 zu rechnen.

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