24. März 2005 11:45

Ab dem 1. April 2005 Konten unter verstärkter staatlicher Aufsicht

von UE

Bundesfinanzminister Eichel zieht die Maschen seines Kontrollnetzes enger und enger. Insbesondere Kapitalanleger geraten seit Jahresbeginn verstärkt ins Visier des Finanzamts.

Ab dem 1. April 2005 kann praktisch jeder Finanzbeamte über das Bundesamt für Finanzen erfahren, welcher Steuerzahler bei welchem Kreditinstitut ein Konto oder ein Depot unterhält.

Die Finanzbeamten können die Konten zwar nicht einsehen, können bei Zweifeln jedoch die Jahressteuerbescheinigung anfordern. Haben die Kontoinhaber die Bescheinigung verloren oder weigern sie sich, diese vorzulegen, kann sich das Finanzamt direkt an Ihre Bank wenden und die Bescheinigung verlangen. Verfügen Anleger über Konten im EU-Ausland, wird das Finanzamt hierüber künftig – beginnend ab 1.7.2005 – vom ausländischen Fiskus informiert.

Die Schweiz, Österreich, Luxemburg und Belgien weigern sich zwar, Kontrollmitteilungen zu schicken. Statt dessen erheben sie aber auf Kapitalerträge eine Quellensteuer. Das deutsche Finanzamt erfährt bei diesem Verfahren zwar nicht, welche Steuerzahler Geld im Ausland angelegt haben, die Quellensteuer ist jedoch äußerst üppig. Sie beträgt anfangs 15%, steigt bis 2008 auf 20% und beträgt ab 2011 sogar satte 35%.
Hiervon behält z. B. die Schweiz 25% Bearbeitungsgebühren ein;
75% gelangen an den deutschen Fiskus.

Bei einer Quellensteuer in dieser Höhe wird für viele Steuerzahler die Geldanlage im Ausland wohl eher uninteressant werden.

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