11. Juli 2012 17:30

Ferienjobs – der Fiskus hat ein Auge drauf

von UE

Mit dem Beginn der Sommer- und Semesterferien nutzen viele Schüler und Studenten die Gelegenheit, ihre Einnahmen aufzubessern.

Damit ihre monetären Erwartungen erfüllt werden, sollten die jungen Jobber einige Vorschriften aus dem Steuer- und Sozialversicherungsrecht kennen, um möglichst viel vom Verdienst übrig zu behalten. Grundsätzlich gelten Schüler und Studenten, die in den Ferien arbeiten, als Arbeitnehmer und müssen für ihren Lohn Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Ferienjobs im Steuer- und Sozialrecht

Von Sozialbeiträgen sind Schüler- und Studentenjobs befreit, die auf höchstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr begrenzt sind. Dann fallen auch keine Rentenversicherungsbeiträge an. Das Arbeitsentgelt wird entweder über eine Pauschalsteuer, die der Arbeitgeber zu zahlen hat, versteuert oder bei Vorlage einer Lohnsteuerkarte einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Die einbehaltenen Steuern können in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Sie werden allerdings nur dann rückerstattet, wenn das erzielte Einkommen abzüglich der steuermindernden Beträge unterhalb der Grenze des Grundfreibetrags von 8.004 Euro liegt.

Mini-Jobs: Alternative für längere Zeiträume

Für Schüler und Studenten, die über einen längeren Zeitraum etwas hinzuverdienen möchten, kann sich die Beschäftigung in einem Mini-Job lohnen. Hier ist der monatliche Verdienst auf 400 Euro begrenzt und sozialversicherungs- und lohnsteuerfrei. Auch hier gilt wieder: Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschalabgabe, oder es werden bei Vorlage der Lohnsteuerkarte Steuern einbehalten, die in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden können.

Was ist mit dem Kindergeld?

In Bezug auf das Kindergeld und die Kinderfreibeträge ist ab 2012 die Hinzuverdienstgrenze von 8.004 Euro bei volljährigen Kindern unter 25 Jahren entfallen. Eltern erhalten daher unabhängig vom Verdienst des Kindes das volle Kindergeld und die Kinderfreibeträge, wenn ihr Kind höchstens zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage im Jahr oder in einem Mini-Job oder in Teilzeitarbeit mit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche beschäftigt ist.
Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Hat das Kind bereits eine erste
Berufsausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen und geht es
einer Erwerbstätigkeit mit einer Dauer von mehr als 20 Stunden pro
Woche nach, entfällt der Anspruch auf Kindergeld und die
Kinderfreibeträge. Ein abgeschlossenes Erststudium liegt bereits mit
einem Bachelorabschluss vor, sodass ein anschließendes
Masterstudium als zweites Studium anzusehen ist. Die Studienkosten
können dann aber als Werbungskosten geltend gemacht werden.

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